Kategorien-Archiv Gedanken zum Tag

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Philippe Jordans Klangvorstellung

Philippe Jordan im Orchestergraben der Wiener Staatsoper

Foto: Philippe Jordan im Orchestergraben der Wiener Staatsoper, wo er seit dieser Saison als Musikdirektor die künstlerischen Fäden zieht © Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

„Ja, meins ist des alles net!”, wie es bei uns in Wien so schön heißt. Was genau? Erstens: Das Kasperletheater rund um Jonas Kaufmann, das dieser Tage wieder herrscht, wie selten zuvor. Und zweitens, was mich als Wiener viel mehr tangiert, weil es mich direkt betrifft: die Klang-Vorstellung Philippe Jordans, der seit Beginn der Saison als Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper agiert. weiterlesen

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„Scheinmaßnahmen” tragen die Kultur zu Grabe

Angela Merkel verkündet Teil-Lockdown

Foto: Angela Merkel verkündet Teil-Lockdown © dpa-Bildfunk / Fabrizio Bensch

„Wir müssen handeln – und zwar jetzt.” Das waren Angela Merkels Worte, als sie am Mittwoch den Teil-Lockdown verkündete. Nicht nur Lokale, Kinos, Bars oder Bordelle werden geschlossen, auch Konzerthäuser und Theater. Vorerst den ganzen November. Bei 75 Prozent der Corona-Infektionen wisse man nicht mehr, wo die Ansteckungsquelle gelegen habe, begründet man die Entscheidung. Schulen, Kindergärten sowie Einzel- und Großhandel bleiben offen. Schließen müssen auch Freizeitparks und Fitness-Studios. Eine folgenschwere Entscheidung für alle, die davon betroffen sind. weiterlesen

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26. August 1961: Der Tag, an dem ein “Gott” die Welt verließ

Einer der ganz Großen. Das war er ohne jeden Zweifel: Vladimir Sofronitsky. Der russische Pianist, dessen Todestag sich heute, am 26. August, bereits zum 59. Mal jährt, ist für viele eher ein Unbekannter. Dabei begeisterte er zu Lebzeiten (1901-1961) nicht nur das Publikum, sondern auch große Kollegen. Swjatoslaw Richter soll, nachdem er von Sofronitsky als Genie bezeichnet wurde, erwidert haben: „Wenn ich ein Genie bin, sind Sie ein Gott!”. weiterlesen

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Gedanken zum Heiligen Abend: Die Wiener Staatsoper

Wiener Staatsoper

Foto: Wiener Staatsoper, 24. Dezember 2019 © Jürgen Pathy

Leuchtet sie nicht hell, heller als alle anderen Abendsterne entlang der Wiener Ringstraße? Die Wiener Staatsoper​, am 25. Mai 1869 feierlich mit „Don Giovanni” eröffnet, begleitet sie Herrn und Frau Wiener bereits seit über 150 Jahre. Ihre Anziehungskraft ist so groß, ihre Aura so mächtig, dass sie mich einfach in ihren Bann gezogen und nie wieder losgelassen hat. Auf meinem Heimweg von der Weihnachtsfeier hat es mich unweigerlich zu ihr hingezogen.

In diesem Haus werden Träume wahr. Hier ziehen Schwanenritter durch Brabant, hier finden Frauen ohne Schatten zu ihrer Menschlichkeit, und hier findet selbst Papageno, der tollpatschige Kerl, mit Hilfe der Magie seine Papagena und die Liebe. Hier wird aber ebenso verführt, hintergangen und gemordet, dass sich die Balken nur so biegen – all das jedoch immer im Namen der Kunst.

Möge dies weiterhin auf diesem hohen künstlerischen Niveau geschehen. Mögen alle Verantwortlichen, die nach Dominique Meyer noch folgen werden, dieses Juwel der Kunst hegen und pflegen, als wäre es ihr eigenes Augenlicht. Denn, um es mit den Worten des großen Otto Schenk auszudrücken, die er im Rahmen der Europäischen Kulturpreisgala 2019 mahnend an die Welt gerichtet hat: „Wer die Wiener Staatsoper schlachtet, der tötet Wien und seine Schönheit.”

In diesem Sinne, Frohe Weihnachten, allen ein gesegnetes Fest, viel Liebe und Musik und weitere 150 Jahre Wiener Staatsoper.

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Salzburger Festspiele 2019: „Salome” geht in die nächste Runde

Foto: Asmik Grigorian (Salome) © Salzburger Festspiele / Ruth Walz

Morgen geht die letztjährige Erfolgsproduktion der Salzburger Festspiele in die nächste Runde. In Romeo Castelluccis Inszenierung von Richard Strauss „Salome” stach vor allem eine Person hervor: die litauische Sopranistin Asmik Grigorian.

Von Jürgen Pathy (Klassikpunk)

Nicht, dass die junge Sängerin zuvor eine Unbekannte gewesen wäre. Bereits 2017 machte Asmik Grigorian in Salzburg als Marie in Alban Bergs „Wozzeck” von sich Reden. Doch mit der vor Intensität und Leidenschaft geprägten Darstellung der Salome hat sich die junge Litauerin letzten Sommer in die erste Reihe der Sängerelite katapultiert. weiterlesen

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Deshalb zählt Kammersänger Piotr Beczala zu den Allergrößten!

Foto: Piotr Beczala als Cavaradossi © Michael Pöhn

Vor Inbetriebnahme des Mundes, Gehirn einschalten! Dieser Devise folgt Piotr Beczala seit Anbeginn seiner Karriere. Gewissenhaft und behutsam von Kammersängerin Sena Jurinac aufgebaut, erweitert der gebürtige Pole sein Repertoire nur mit großer Sorgfalt. weiterlesen

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Gedanken zum Tag: Adieu Karl Lagerfeld

Karl Lagerfeld © dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH

Anlässlich Karl Lagerfelds Tod, hat Arte eine interessante Dokumentation veröffentlicht, die Einblicke gewährt, in eine Welt, die ich ehrlich gesagt nie wirklich verstanden habe. Oberflächlichkeiten all zu sehr in den Mittelpunkt zu drängen, ist mir schon immer ein Graus gewesen. Anderseits sind mir fehlende Individualität und Stil, die Konformität des alltäglichen Erscheinungsbildes ebenso ein Dorn im Auge. weiterlesen