Atilla Aldemir: „Ich spüre Bachs Anwesenheit unmittelbar”

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Atilla Aldemir: „Ich spüre Bachs Anwesenheit unmittelbar”

Atilla Aldemir © Marco Borggreve

Istanbul, Wien, Berlin und nun Leipzig. Das sind nur einige der Stationen des vielseitigen Musikers Atilla Aldemir, der sowohl das Spiel auf der Geige als auch auf der Bratsche beherrscht. Die Geige allerdings, die stellt der gebürtige Türke in letzter Zeit immer öfters ins Eck. Seit 2017 ist Aldemir Solo-Bratschist beim MDR-Sinfonieorchester. Als Solist hat er Ende des letzten Jahres auch Bachs Sonaten und Partiten (BWV 1001 – 1006) eingespielt. Natürlich als Arrangement auf der Bratsche – und nicht wie üblich auf der Geige. Damit geht Atilla Aldemir neue Wege. Weshalb, das erzählt er im Gespräch mit Klassik-begeistert.

Von Jürgen Pathy / Klassikpunk

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Bei Alfred Eschwé fließt die Donau optimistisch ins Jahr 2021

Foto: Alfred Eschwé, der bereits 1998 zum ersten Mal das Neujahrskonzert der Tonkünstler dirigierte © Dieter Nagl

Neujahrskonzert der Tonkünstler, 3. Januar 2021 (ORF-TVthek)
Tonkünstler-Orchester Niederösterreich
Alfred Eschwé , Dirigent

von Jürgen Pathy

Neujahrskonzert – und zwar ohne Publikum. Nicht nur bei den Wiener Philharmonikern, sondern auch beim traditionellen Neujahrsgruß des Tonkünstler-Orchesters bot sich dieses Jahr derselbe Anblick. Üblicherweise eine Tour durch Ostösterreich, reist das Orchester sonst doch von einem Ort zum anderen, langte es dieses Jahr nur zu einer Aufzeichnung aus dem St. Pöltner Festspielhaus. Der Grund ist bekannt: Corona. weiterlesen

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Philippe Jordans Klangvorstellung

Philippe Jordan im Orchestergraben der Wiener Staatsoper

Foto: Philippe Jordan im Orchestergraben der Wiener Staatsoper, wo er seit dieser Saison als Musikdirektor die künstlerischen Fäden zieht © Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

„Ja, meins ist des alles net!”, wie es bei uns in Wien so schön heißt. Was genau? Erstens: Das Kasperletheater rund um Jonas Kaufmann, das dieser Tage wieder herrscht, wie selten zuvor. Und zweitens, was mich als Wiener viel mehr tangiert, weil es mich direkt betrifft: die Klang-Vorstellung Philippe Jordans, der seit Beginn der Saison als Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper agiert. weiterlesen

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Ivry Gitlis im Alter von 98 Jahren verstorben

Ivry Gitlis und_seine_Stradivari "Sancy"

Foto: Ivry Gitlis und seine Stradivarius “Sancy” 1713 © Kira Vygrivach

Ivry Gitlis ist tot. Der israelische Geiger ist gestern im Alter von 98 Jahren in Paris verstorben. Mit Gitlis, der 1922 in Haifa geboren wurde, geht nicht nur einer der größten seiner Zunft verloren, sondern eine ganze Ära zu Ende.

Einige Eckdaten, eines außergewöhnlichen Lebens: Mit fünf bekommt der kleine Isaac, so wurde er genannt, seine erste Violine. Studiert bei Mira Ben-Ami und lernt Bronislaw Hubermann kennen, der an den kleinen Isaac glaubt, und ihm einen Studienplatz in Paris ermöglicht. 1933 reist er mit seiner Mutter dorthin. Er nimmt Unterricht bei Marcel Chailley, Jaques Thibaud und George Enescu, und er ändert seinen Namen von Isaac in Ivry. weiterlesen

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“Ich kann mir gut vorstellen, dass ich in fünf Jahren dankbar sein werde für die aktuelle Situation” | Klassik begeistert

Der junge Bariton Benjamin Hewat-Craw im Interview

Wer kennt sie nicht, die Geschichte des hoffnungslosen Wanderers. Kaum ein anderer Liederzyklus wurde so oft eingespielt wie Schuberts Winterreise. Benjamin Hewat-Craw und sein Kompagnon am Klavier, Yuhao Guo, haben die 24 Lieder nun ebenfalls aufgenommen. Weshalb und was es dazu benötigt, das erzählt der junge Bariton im Gespräch mit Klassik begeistert. weiterlesen

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CD-Besprechung: Schuberts letzte Klaviersonaten, die eine deutliche Handschrift erkennen lassen | klassik begeistert

ARS 38307

Hans-Jürg Strub, Klavier

von Jürgen Pathy

Schubert auf neuen Pfaden. Verantwortlich dafür zeichnet sich der Pianist und Pädagoge Hans-Jürg Strub. Als Klavier-Pädagoge zählt der Schweizer zu den prägendsten Persönlichkeiten im deutschsprachigen Raum. Dass Strub jedoch nicht nur meisterlich agiert, wenn er Nachwuchspianisten an die Weltspitze heranführt, sondern auch selbst ein gewichtiges Wort als Pianist mitzureden hat, beweist die neue Aufnahme. Strub hat vor kurzem Franz Schuberts Klaviersonaten in A-Dur D 959 und B-Dur D 960 aufgenommen. Erschienen ist die CD bei ARS Produktion. Was da zu hören ist, ist auf jeden Fall genauso exquisit, wie das kleine aber feine Klassiklabel aus Deutschland. weiterlesen

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Interview mit Hans-Jürg Strub: „Schuberts letzte Klaviersonaten sind ein ganzer Kosmos”

Hans-Juerg Strub, CD letzte zwei Klaviersonaten

Foto: Hans-Jürg Strubs neue CD mit Schuberts Klaviersonaten D 959 und D 960

Pianist und Pädagoge ist er bereits. Ein Zeitreisender wäre er gerne. Weshalb, das erzählt Hans-Jürg Strub, der vor kurzem bei ARS Produktion eine CD veröffentlicht hat, im Interview mit Klassik-begeistert. Der gebürtige Schweizer hat sich Schuberts letzten beiden Klaviersonaten angenommen. Mit ihren vielen Brüchen, Bezügen und den weitgefassten Spannungsbögen eine Herausforderung für jeden Pianisten. Dabei kommt Strub, wie er erzählt, vor allem seine lange Beschäftigung mit Schubert zugute.

von Klassikpunk / Jürgen Pathy 

Klassik-begeistert: Was sind die ersten drei Worte, die Ihnen einfallen, um Franz Schuberts letzte drei Klaviersonaten zu beschreiben?

Hans-Jürg Strub: Ehrlich gesagt, ist es mir nicht möglich. Was mir zu den letzten Schubert-Sonaten einfällt, ist nicht auf drei Worte „herunterzubrechen“. Es handelt sich um einen ganzen Kosmos: größte Helle, tiefste Dunkelheit; kantable Versenkung und Zartheit, dann wieder tiefste Resignation und seelischer Abgrund. weiterlesen