Cecilia Bartoli: „Als Musikerin und Sängerin glaube ich fest an die Kraft der Musik”

Cecilia Bartoli
Foto: Cecilia Bartoli © Kristian Schuller / Decca

„Les Passions de l’âme“ – Den Mythos rund um die betörende Klage des Orpheus und dessen Gang in die Unterwelt stellt Cecilia Bartoli als Künstlerische Leiterin ins thematische Zentrum der Pfingstfestspiele 2023. Warum dieser Stoff Komponisten immer wieder inspiriert und welche Bedeutung er für sie hat, erzählt Cecilia Bartoli im Interview. (mehr …)

Der banale Anspruch an die Regie: Keine widersprüchliche Ästhetik zwischen Musik und Bühne

Christian Gerhaher in Simon Stones Inszenierung von Wozzeck an der Wiener Staatsoper
Foto: Bei Regisseur Simon Stone landet Wozzeck (Christian Gerhaher) im Wiener Arbeiterbezirk Simmering © Michael Pöhn

Antwort auf eine Frage, die Prof. Karl Rathgeber mir gestellt hat. Nachdem er Pathys Stehplatz (17) mit “einem gewissen Vergnügen” gelesen hat, ist ihm eine Sache aber aufgestoßen: Ist es die Aufgabe der Oper, die Aufgabe von Kunst, um “Abstand von der Realität zu gewinnen“? Das habe ich nämlich als Begründung eingeworfen, warum ich Probleme damit habe, wenn Regisseur Simon Stone bei seiner Inszenierung von “La Traviata” für zu viel widersprüchliche Ablenkung von der Musik sorgt.

Meine Antwort:

Sehr geehrter Herr Prof. Rathgeber,

Lassen Sie es mich so sagen: Es gibt Opern, die sind in der Lage, schon alleine ihrer Musik wegen einen enorm leichten Zugang zu gewähren. Rein aufgrund ihres harmonischen Gefüges. Eine „Traviata“, ein „Simon Boccanegra“ oder ein „Lohengrin“, schießen mir da so auf die Schnelle durch den Kopf. Dann gibt es Opern, wo sich das total konträr verhält. Ein Wozzeck“, eine „Lulu“. Das sind sicherlich alles große Kunstwerke, die sich aber musikalisch nicht für jeden auf Anhieb erschließen lassen. Die sind schrill. Musikalisch schräg. Total abgefahren, um es in der Umgangssprache der Jugend zu sagen. (mehr …)

Pathys Stehplatz (17) – Zwischen Tyrannei, Regietheater und Tradition: Staatsoperndirektor Bogdan Roščić lotet in Wien die Grenzen aus

Bogdan Roščić
Foto: Bogdan Roščić © Lalo Jodlbauer

Wenn das Wort Regietheater fällt, stellt es vielen die Zehennägel auf. Drehende Bühnen, vor lauter Symbolik kaum zu entschlüsselnde Sujets und als Höhepunkt der Entgleisungen: Ein Lohengrin, der ohne Schwan in Brabant auftaucht. Hätten viele vor Jahrzehnten kaum für möglich gehalten. Seit den 1980er Jahren ist alles anders. Da hatte sich das Wort „Regietheater“ bereits etabliert.

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Pathys Stehplatz (16) – Philippe Jordans vermeintlicher Zwist mit den Wiener Philharmonikern: Beim „Rosenkavalier” ist davon nichts zu spüren

Dirgent Philippe Jordan
Foto: Philippe Jordan © Johannes Ifkovits

Zu meiner Schande, ich gebe es zu: Ich hab den „Rosenkavalier“ noch nie zuvor gesehen. Der Grund ist ganz einfach – weil die „Salome“ oder eine „Elektra“ eher meinen Geschmack zu treffen scheinen. Ein Irrtum, wie sich nun herausstellen sollte. An der Wiener Staatsoper hat ein Staraufgebot für volle Reihen gesorgt. Meister im Graben: Philippe Jordan, der, seitdem er angezählt ist, das Publikum mit absoluter Mehrheit hinter sich zu scharen weiß. 2025 verlässt Jordan die Wiener Staatsoper. Sein Vertrag als Musikdirektor wurde nicht verlängert.

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Harte Strafe für Brabant: Den Münchner „Lohengrin“ begräbt ein Meteorit | Klassik begeistert

Lohengrin Premiere Bayerische Staatsoper von Kornel Mundruczo
Foto: Klaus Florian Vogt als Lohengrin an der Bayerischen Staatsoper © Wilfried Hösl

Lohengrin, Richard Wagner Bayerische Staatsoper, München, 3. Dezember 2022, Premiere von Jürgen Pathy Verkehrte Welt in München. Bei Regisseur Kornél Mundruczó tauschen Gut und Böse die Seiten. Elsa, die reine Jungfrau, die das Frageverbot bricht, sticht als schwarzes Schaf aus der Masse. Ortrud, die vermeintlich böse Hexe, nimmt beim gebürtigen Ungarn fast schon liebevolle Charakterzüge an. Das Konzept stammt nicht von ungefähr. Mundruczó, der bereits als Teenager mit Wagner…

Salzburger Festspiele: Das neue Jedermann-Traumpaar für 2023 steht fest

Michael Maertens
Foto: Michael Maertens © Nils Schwarz

Seit heute ist es offiziell: Burgschauspieler Michael Maertens ist der neue Jedermann bei den Salzburger Festspielen 2023. Die Oberösterreicherin Valerie Pachner spielt nicht nur die Buhlschaft, sondern gleich auch den Tod am Salzburger Domplatz.

Überraschung war das lange keine mehr: Bereits im Sommer fiel bei der Besetzung des Hofmannsthal-Klassikers der Name Michael Maertens. Vor wenigen Tagen dann ließ eine österreichische Tageszeitung die Katze aus dem Sack und verriet, dass Valerie Pachner bei den Salzburger Festspielen als Buhlschaft zu sehen sein wird. Bettina Hering, die scheidende Schauspielchefin der Salzburger Festspiele, zeigte sich darüber wenig erfreut. Sie fand es „unfair”, dass man diese Bombe vorzeitig platzen ließ. (mehr …)