Hänsel und Gretel (Engelbert Humperdinck), Volksoper Wien | klassik-begeistert.at

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Der Groove hielt Einzug im Großen Saal des Wiener Konzerthauses

 

China Moses © Sylvain Norget

Wiener Konzerthaus, 8. Dezember 2018

China Moses, Gesang
Josiah Woodson, Trompete, Gitarre
Luigi Grasso, Saxophon
Ashley Henry, Klavier
Neil Charles, Bass
Marijus Aleksa, Schlagzeug
Miguel Sanchez, Tontechnik

Nachdem die Band sich etwas warm gespielt hat, erschien die charismatische Sängerin auf der Bühne – im klassisch schwarzen Kostüm und in schwarzen High-Heels-Stiefeln. Ein wahrer Sonnenschein, ein Vollblut-Weib, den Rhythmus im Blut – kein Wunder bei diesen Genen, ist ihre Mutter niemand Geringerer als die Jazz-Sängerin und Grammy-Gewinnerin Dee Dee Bridgewater. Mit dem neuen Album „Nightintales” im Gepäck gastierte China Moses mit ihrer Band zum Tournee-Abschluss im wunderschönen Ambiente des großen Saals des Wiener Konzerthauses. weiterlesen

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Das Theater an der Wien wagt einen einschneidenden Eingriff in den „Ring”

Ring-Trilogie © Herwig Prammer

Das größte Drama der Bühnengeschichte zerstückelt in eine Trilogie

Die Ring-Triologie
Theater an der Wien, 1. Dezember 2017
Musik und Text von Richard Wagner 
in einer Fassung von Tatjana Gürbaca, Bettina Auer und Constantin Trinks

Unter der Regie von Tatjana Gürbaca bringt das Theater an der Wien eine Neuinszenierung des mächtigen „Ring des Nibelungen” von Richard Wagner auf die Bühne. Die gebürtige Berlinerin, von der Fachzeitschrift Opernwelt zur Regisseurin des Jahres 2013 gewählt, erweckt diesen gigantischen Opernzyklus zu neuem Leben – zusammen mit dem deutschen Dirigenten Constantin Trinks und der Dramaturgin Bettina Auer. Aus dem fünfzehn Stunden dauernden Original-Ring wird eine beinahe halbierte, neunstündige Neufassung zu sehen sein. weiterlesen

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Nachruf zum Tod von Hans-Michael Rehberg (Salzburger Festspiele)

Hans-Michael Rehberg

Hans-Michael Rehberg (Foto: Salzburger Festspiele)

Der deutsche Schauspieler und Regisseur Hans Michael Rehberg ist, am 7. November 2017 verstorben. Mit seiner markanten Stimme, seinem zynischen Stil und seinem Glatzkopf, war er einer der bedeutendsten Mimen – gefeierte Auftritte im Wiener Burgtheater und bei den Salzburger Festspielen zeugen von seiner Extraklasse!

Der 1938 im kleinen Fürstenwalde/Spree geborene Schauspieler, zog aus, um die großen Bühnen dieser Welt zu erobern: Seit seinem ersten Auftritt als Cassius in Peter Steins „Julius Caesar im Jahre 1992 ist er 166 Mal auf den Bühnen der Salzburger Festspiele gestanden. Dort feierte er große Erfolge als Gott in „Jedermann“, aber auch als Antonius in Shakespeares „Antonius und Cleopatra“. Im Wiener Burgtheater gab er den Kardinal in Thomas Bernhards „Immanuel Kant” – unter der Intendanz des damals frischgebackenen Burgtheater-Direktors Matthias Hartmann.

Er wirkte auch in zahlreichen Filmen mit: dem Holocaust-Drama „Schindlers Liste” und in Andreas Prochaskas Alpen-Western “Das finstere Tal”.

Seinen letzten Bühnen-Auftritt hatte der Charakterschauspieler am 28. Oktober 2017 im Münchner Residenztheater als Teiresias in „König Ödipus“. Nur 10 Tage später ist diese „Urgewalt” (Die Presse) 79-jährig in Berlin verstorben.

 

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Der letzte Romantiker | Vladimir Horowitz (1903-1989)

ladimir Horowitz und Wanda Toscanini-Horowitz

Foto: Vladimir Horowitz und Wanda Toscanini-Horowitz © Deutsche Grammophon

“Sie sind wunderbar, wir haben seit langem kein solches Klavierspiel gehört!” “Nein”, erwidert Vladimir Horowitz, der im New Yorker Keller von Steinway & Sons einen Flügel testet. “Doch!”, erwidert der Herr. Es ist Franz Mohr, der Cheftechniker von Steinway & Sons in New York, dem die Freude direkt ins Gesicht geschrieben steht. Der Grund: Eigentlich wollte Vladimir Horowitz nie wieder konzertieren.

Nach einer desaströsen Tournee Anfang der 1980er, hatte er sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Aufnahmen zeugen von dem Desaster. Nur dem Geschick Peter Gelbs ist es zu verdanken, dass diese Aufnahmen entstanden sind. 1985 konnte Gelb, der heutige Chef der Metropolitan Opera und damalige Boss der Agentur Columbia Artists, das exzentrische Klaviergenie Horowitz dazu überreden, eine Filmcrew in seine New Yorker Wohnung zu lassen. Was daraus entstand, ist ein ebenso unterhaltsames wie rührendes musikalisches Porträt eines alten Draufgängers: “Der letzte Romantiker”

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Currentzis riskiert und gewinnt | Salzburger Festspiele (2017)

La Clemenza di Tito, Salzburger Festspiele 2017 | Klassikpunk

(© Salzburger Festspiele / Ruth Walz)

Salzburger Festspiele 2017, “La Clemenza di Tito”, Wolfgang Amadeus Mozart

Musikalische Leitung: Teodor Currentzis
Regie: Peter Sellars

Tito Russel Thomas
Sesto Marianne Crebassa
Vitellia Golda Schultz
Servilia Christina Gansch
Annio Jeanine de Bique
Publio Williard White


Mit einer Neuinszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts letzter Oper „La Clemenza di Tito” fordern die Salzburger Festspiele wieder die führende Rolle in der Klassik Welt – das muss im erfolgsverwöhnten Salzburg auch der Anspruch sein, für Mittelmaß darf hier kein Platz sein. Mit diesem aufsehenerregenden „Titus” stellt die renommierte Festspielstadt wieder den Anspruch auf den Thron! weiterlesen

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Von den “Geistervariationen” in den Wahnsinn | R. Schumann (1854)

[Robert Schumann,”Geistervariationen” WoO 24 Thema in Es-Dur mit Variationen (Anny Chen)]

Ein allerletztes musikalisches Vermächtnis

Robert Schumann vor 1856 zur Zeit der Geistervariationen

Robert Schumann vor 1856 (Foto: Wikimedia Commons/Adolf von Wenzel)

Im Frühjahr 1854 beginnt Robert Schumann die Arbeit an seinem letzten veröffentlichten Stück: dem Thema mit Variationen. Kurz bevor er sich zum Schutz seiner Frau und seiner Kinder selbst in die Nervenheilanstalt Endenich bei Bonn einliefern lässt, in der er 1856 verstirbt. Die „Geistervariationen” werden das musikalische Vermächtnis des großen Komponisten der Romantik werden – und welch tiefgehendes. weiterlesen