Daniel Johannsen strahlt als Evangelist in Bachs Matthäuspassion | klassik-begeistert

 Daniel Johannsen
Foto: Daniel Johannsen © Anette Friedel

Musikverein Wien (Jeunesse), 2. März 2020
Johann Sebastian Bach, Matthäuspassion

Chorus sine nomine, Chor
Gumpoldskirchner Spatzen, Kinderchor
Prisma Wien, Orchester
Johannes Hiemetsberger, Dirigent

Cornelia Horak, Sopran
Marian Dijkhuizen, Alt
Daniel Johannsen, Evangelist und Tenor-Arien
Klemens Sander, Bariton
Stefan Zenkl, Bass

von Jürgen Pathy / Klassikpunk

„Aus Liebe will mein Heiland sterben“, verkündet die Sopranstimme in Bachs Matthäuspassion. Die ist eben so zum Sterben schön, wie die Stimme und der Vortrag des österreichischen Tenors Daniel Johannsen, der als Evangelist aus der Riege von ausgezeichneten Musikern nochmals ein wenig hervorsticht. Als Sohn eines protestantischen Pfarrers geboren, ist der junggebliebene Wiener, der regelmäßig Gast bei der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen und beim Bachfest Leipzig ist, die herausragende Persönlichkeit im Musikverein Wien, wo man Montagabend mit großer Freude und Demut Bachs göttlicher Musik lauschen durfte.

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Musikgenuss auf höchstem Level: „Les Huguenots“ im Grand Théâtre de Genève | klassik-begeistert.de

"Les Huguenots" (Meyerbeer) an der Genfer Oper
Foto: Mert Süngü (Raoul), Anna Durlovski (Marguerite) © Magali Dougados

Grand Théâtre de Genève, 28. Februar 2020
Giacomo Meyerbeer, Les Huguenots

von Jürgen Pathy / Klassikpunk 

Chancen sollte man nutzen, wenn sie sich einem bieten – vor allem, wenn sie so selten sind. Mit „Les Huguenots“ bringt das Grand Théâtre de Genève ein Meisterwerk auf die Bühne, das in Genf vor rund neunzig Jahren zum letzten Mal aufgeführt wurde. Kein Wunder. Meyerbeers Grand Opéra zu stemmen, stellt ein jedes Opernhaus vor große Herausforderungen – finanziell als auch organisatorisch. Rund zwanzig Solisten, eine Schar an Statisten, ein überdimensionaler Chor und ein voll besetzter Orchestergraben sind vonnöten, um dieses opulente Spektakel, das rund vier Stunden dauert, überhaupt auf die Beine zu stellen. Damit das Ding zieht, wirkt und begeistert, erfordert es noch dazu eine handvoll hervorragender Gesangssolisten, einen umsichtigen Dirigenten inklusive großartigem Orchester. In Genf stehen zum Glück alle zur Verfügung. (mehr …)

Diesen Alfredo sollte man sich merken | klassik-begeistert.de

„La Traviata" in der Volksoper Wien
Foto: JunHo You (Alfredo Germont), Rebecca Nelsen (Violetta Valéry)
© Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Volksoper Wien, 7. Februar 2020
Giuseppe Verdi, La Traviata

von Jürgen Pathy / Klassikpunk

Sie mag zwar eine Kurtisane sein, die ihren Körper verkauft, die Liebe zu Alfredo ist jedoch echt und rein. Die Rede ist von Violetta Valéry, der Titelfigur in Giuseppe Verdis „La Traviata“ – einer der meist gespielten Opern weltweit. Um diese reine Liebe zu verdeutlichen, setzt Regisseur Hans Kratzer, dessen Inszenierung seit 2001 an der Volksoper Wien läuft, auf die Farbe der Reinheit und Unschuld. In schlichtem Weiß gehalten, schimmert Violettas Nachthemd aus Satin im Licht der Nacht. (mehr …)

Foto: Marlis Petersen (Salome), Johan Reuter (Jochanaan) © Werner Kmetitsch
Foto: Marlis Petersen (Salome), Johan Reuter (Jochanaan) © Werner Kmetitsch

Obsession und Leidenschaft pur: Marlis Petersen triumphiert als Salome | klassik-begeistert.de

Foto: Marlis Petersen (Salome), Johan Reuter (Jochanaan) © Werner Kmetitsch

Theater an der Wien, 25. Januar 2020
Salome, Richard Strauss

von Jürgen Pathy / Klassikpunk

Wenn Blicke töten könnten, heißt es im Volksmund. Die Macht der Blicke ist auch ein zentraler Kern in Richard Strauss‘ Oper „Salome“, in der die junge Prinzessin Salome sich diesen ausgeliefert fühlt. Alle Blicke sind auf sie gerichtet. Nicht nur Narraboth, der Hauptmann, auch Herodes, ihr Onkel und Stiefvater in einer Person, alle lechzen nach dem Körper des Teenagers und werfen ihr lüsterne Blicke zu. Nur Jochanaan, der Prophet, um dessen Gunst die blutjunge Salome buhlt, lässt sich vom Anblick der jungen Schönheit nicht beeindrucken und entzieht sich ihrer Blicke. Deshalb landet sein Haupt auf dem Silbertablett. Im Theater an der Wien kommen weitere Aspekte hinzu: Nikolaus Habjan, derzeit Director in residence, „möchte Dinge zeigen, die in diesem Stück stecken, aber nicht immer gleich sichtbar werden“. Wie bereits gewohnt, bringt der Österreicher, der zuletzt Webers Oberon inszeniert hat, seine Spezialität ins Spiel. (mehr …)

Benjamin Herzl und Ingmar Lazar
Foto: Benjamin Herzl & Ingmar Lazar © Shirley Suarez

Benjamin Herzl & Ingmar Lazar: Kammermusik von großer Anmut und Klarheit | klassik-begeistert.de

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Lorely-Saal, 22. Januar 2020
Benjamin Herzl,
 Violine (Featured Artist der Jeunesse)
Ingmar Lazar, Klavier

von Jürgen Pathy / Klassikpunk

Benjamin Herzl – ein junger Geiger mit viel Herz. Nicht nur im Namen trägt es der gebürtige Salzburger, der in dieser Saison als „Featured Artist der Jeunesse“ durch Österreich tourt, auch auf seiner wertvollen Violine lässt es der feinfühlige Musiker sprechen. Dessen konnten sich die rund 200 Besucher, die den Weg in den kleinen, aber feinen Lorely-Saal in Wien Penzig gefunden hatten, Mittwochabend überzeugen. (mehr …)

Stefan Mickisch
Foto: Stefan Mickisch © Julia Wesely

Stefan Mickisch im Wiener Konzerthaus: Zwei Stunden Wagner, die wie im Fluge vergehen

Foto: Foto: Stefan Mickisch im Wiener Konzerthaus © Julia Wesely

Wiener Konzerthaus, Mozart Saal, 12. Januar 2020
Stefan Mickisch, Klavier und Moderation
Richard Wagner
„Die Walküre“ (Teilaufführung in Bearbeitung für Klavier) 

von Jürgen Pathy / Klassikpunk

Stefan Mickisch, 57, einer der erfolgreichsten Künstler Deutschlands, ist berühmt für seine Einführungsvorträge. Egal, wo er auftritt, ob in Bayreuth oder in Wien: seine Gesprächskonzerte zu den Opern Richard Wagners sind längst zu einer Institution geworden. Dabei gibt der Bayer, der in Schwandorf geboren wurde, Einblicke und erläutert die Thematik der Werke aus philosophischer, soziologischer und kulturhistorischer Sicht – all das immer von seinem Klavier aus. In Wien wird er bereits als „Opernführer des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet. Kein Wunder also, dass der Mozart-Saal im Wiener Konzerthaus, der 704 Personen Platz bietet, Sonntagmittag beinahe ausverkauft war. (mehr …)

Teodor Currentzis
Foto: Teodor Currentzis (c) Astrid Ackermann

Teodor Currentzis erschafft das Paradies auf Erden

Wiener Konzerthaus, Großer Saal, 16. Dezember 2019
SWR Symphonieorchester
Teodor Currentzis, Dirigent

Gustav Mahler
Symphonie Nr. 9 (1908–1909)

von Jürgen Pathy / Klassikpunk

„Warum kämpfen wir mit unserem Schatten – warum hören wir nicht fröhlichere Musik“? Diese und andere Fragen stellt Teodor Currentzis in seinem aktuellen Currentzis-Lab, einer Vortragsreihe, die der gebürtige Grieche im Vorfeld seiner Konzerttourneen regelmäßig veranstaltet. Im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe: Gustav Mahlers neunte Symphonie, mit der Currentzis und das SWR Symphonieorchester zurzeit durch Deutschland und Österreich ziehen und im Wiener Konzerthaus abermals eine Sternstunde bescheren konnten. (mehr …)