Foto: Marlis Petersen (Salome), Johan Reuter (Jochanaan) © Werner Kmetitsch
Foto: Marlis Petersen (Salome), Johan Reuter (Jochanaan) © Werner Kmetitsch

Obsession und Leidenschaft pur: Marlis Petersen triumphiert als Salome | klassik-begeistert.de

Foto: Marlis Petersen (Salome), Johan Reuter (Jochanaan) © Werner Kmetitsch

Theater an der Wien, 25. Januar 2020
Salome, Richard Strauss

von Jürgen Pathy / Klassikpunk

Wenn Blicke töten könnten, heißt es im Volksmund. Die Macht der Blicke ist auch ein zentraler Kern in Richard Strauss‘ Oper „Salome“, in der die junge Prinzessin Salome sich diesen ausgeliefert fühlt. Alle Blicke sind auf sie gerichtet. Nicht nur Narraboth, der Hauptmann, auch Herodes, ihr Onkel und Stiefvater in einer Person, alle lechzen nach dem Körper des Teenagers und werfen ihr lüsterne Blicke zu. Nur Jochanaan, der Prophet, um dessen Gunst die blutjunge Salome buhlt, lässt sich vom Anblick der jungen Schönheit nicht beeindrucken und entzieht sich ihrer Blicke. Deshalb landet sein Haupt auf dem Silbertablett. Im Theater an der Wien kommen weitere Aspekte hinzu: Nikolaus Habjan, derzeit Director in residence, „möchte Dinge zeigen, die in diesem Stück stecken, aber nicht immer gleich sichtbar werden“. Wie bereits gewohnt, bringt der Österreicher, der zuletzt Webers Oberon inszeniert hat, seine Spezialität ins Spiel. (mehr …)

Benjamin Herzl und Ingmar Lazar
Foto: Benjamin Herzl & Ingmar Lazar © Shirley Suarez

Benjamin Herzl & Ingmar Lazar: Kammermusik von großer Anmut und Klarheit | klassik-begeistert.de

  • Beitrags-Kategorie:Kritik
  • Beitrag zuletzt geändert am:5. Juli 2022

Lorely-Saal, 22. Januar 2020
Benjamin Herzl,
 Violine (Featured Artist der Jeunesse)
Ingmar Lazar, Klavier

von Jürgen Pathy / Klassikpunk

Benjamin Herzl – ein junger Geiger mit viel Herz. Nicht nur im Namen trägt es der gebürtige Salzburger, der in dieser Saison als „Featured Artist der Jeunesse“ durch Österreich tourt, auch auf seiner wertvollen Violine lässt es der feinfühlige Musiker sprechen. Dessen konnten sich die rund 200 Besucher, die den Weg in den kleinen, aber feinen Lorely-Saal in Wien Penzig gefunden hatten, Mittwochabend überzeugen. (mehr …)

Stefan Mickisch
Foto: Stefan Mickisch © Julia Wesely

Stefan Mickisch im Wiener Konzerthaus: Zwei Stunden Wagner, die wie im Fluge vergehen

Foto: Foto: Stefan Mickisch im Wiener Konzerthaus © Julia Wesely

Wiener Konzerthaus, Mozart Saal, 12. Januar 2020
Stefan Mickisch, Klavier und Moderation
Richard Wagner
„Die Walküre“ (Teilaufführung in Bearbeitung für Klavier) 

von Jürgen Pathy / Klassikpunk

Stefan Mickisch, 57, einer der erfolgreichsten Künstler Deutschlands, ist berühmt für seine Einführungsvorträge. Egal, wo er auftritt, ob in Bayreuth oder in Wien: seine Gesprächskonzerte zu den Opern Richard Wagners sind längst zu einer Institution geworden. Dabei gibt der Bayer, der in Schwandorf geboren wurde, Einblicke und erläutert die Thematik der Werke aus philosophischer, soziologischer und kulturhistorischer Sicht – all das immer von seinem Klavier aus. In Wien wird er bereits als „Opernführer des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet. Kein Wunder also, dass der Mozart-Saal im Wiener Konzerthaus, der 704 Personen Platz bietet, Sonntagmittag beinahe ausverkauft war. (mehr …)

Teodor Currentzis
Foto: Teodor Currentzis (c) Astrid Ackermann

Teodor Currentzis erschafft das Paradies auf Erden

Wiener Konzerthaus, Großer Saal, 16. Dezember 2019
SWR Symphonieorchester
Teodor Currentzis, Dirigent

Gustav Mahler
Symphonie Nr. 9 (1908–1909)

von Jürgen Pathy / Klassikpunk

„Warum kämpfen wir mit unserem Schatten – warum hören wir nicht fröhlichere Musik“? Diese und andere Fragen stellt Teodor Currentzis in seinem aktuellen Currentzis-Lab, einer Vortragsreihe, die der gebürtige Grieche im Vorfeld seiner Konzerttourneen regelmäßig veranstaltet. Im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe: Gustav Mahlers neunte Symphonie, mit der Currentzis und das SWR Symphonieorchester zurzeit durch Deutschland und Österreich ziehen und im Wiener Konzerthaus abermals eine Sternstunde bescheren konnten. (mehr …)

Belcea Quartet
Foto: Belcea Quartet © Marco Borggreve

Belcea Quartet zaubert ein Lächeln mit Tränen

Wiener Konzerthaus, Mozart Saal
20. November 2019

Belcea Quartet
Corina Belcea,
 Violine
Axel Schacher, Violine
Krzysztof Chorzelski, Viola
Antoine Lederlin, Violoncello

Michael Collins, Klarinette

von Jürgen Pathy / Klassikpunk

Als Wolfgang Amadeus Mozart im Sommer 1784 das Wiener Burgtheater verlässt, hat er Tränen in den Augen. Niemals zuvor hat ihn der Klang einer Klarinette derart berührt, wie an diesem Abend. Der Herr an der Klarinette, mit dem roten, pickeligen Gesicht und den großen Händen, der Mozarts Herz derart erwärmt hat, ist Anton Stadler. Hofklarinettist, Komponist und Freimaurer. (mehr …)

Dämonisches Spektakel im Wiener Konzerthaus

Denis Matsuev
Foto: Denis Matsuev © Eugene Evtukhov

Wiener Konzerthaus, Großer Saal, 12. November 2019
Klavierabend, Denis Matsuev

von Jürgen Pathy / Klassikpunk

Als 15-Jähriger war er 1991 ausgezogen, um sein Stipendium am Moskauer Konservatorium anzutreten. Mit großem Widerwillen. Fast 5200 Kilometer von seiner Heimat entfernt, für den jungen Denis ein schrecklicher Gedanke. Doch der Teenager aus Irkutsk, einer Universitätsstadt im Südsibirischen Gebirge, kommt auf seine Kosten. Der Professor outet sich als großer Fußball-Fan, diskutiert mit dem glühenden Spartak-Anhänger jedes Mal die Ergebnisse der Fußballspiele. Ein Spektakel sei der Fußball, eine Show, erzählt der mittlerweile 44-Jährige in einem Interview. „Sie spielen für das Publikum, besonders Spartak Moskau – ich spiele auch für das Publikum!“ Nicht nur diesem heizt Denis Mazujew im Wiener Konzerthaus gehörig ein, auch der Teufel hat sich warm anzuziehen. (mehr …)

Wagner in Wien: Traum eines Narkotikums | klassik-begeistert.de

Wiener Konzerthaus, Großer Saal, 5. November 2019

Richard Wagner
Siegfried-Idyll (1870)
Die Walküre (Erster Aufzug) (1852–1856)

Wiener Symphoniker
Stephen Gould, 
Siegmund
Jennifer Holloway, Sieglinde
Hans-Peter König, Hunding
Joana Mallwitz, Dirigentin

von Jürgen Pathy / Klassikpunk

„Muss man Wagner überhaupt inszenieren?“, fragte einst Marcel Reich-Ranicki, der seinerzeit einflussreichste deutschsprachige Literaturkritiker. Eine bewusste Provokation des gebürtigen Polen, der durch seine legendären Fernsehauftritte zum Medienstar avancierte. Genau genommen bezog sich diese These, die eher einer klaren Feststellung glich, anstatt einer Frage, auf „Tristan und Isolde“. Sie lässt sich jedoch weiterspinnen, zählten Wagner-CDs während der Hochblüte dieses Mediums zu den Verkaufsschlagern der großen Klassiklabels.

Mit dem ersten Akt der „Walküre“ trat Joana Mallwitz Dienstagabend im Wiener Konzerthaus an, um in die gleiche Kerbe zu schlagen… (mehr …)