Sir András Schiff​ spielt Beethoven – Gstaad Digital Festival

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Sir András Schiff​ spielt Beethoven – Gstaad Digital Festival

Sir András Schiff in der Kirche Saanen

Foto: Sir András Schiff auf seinem exklusiven Bösendorfer-Flügel in der Kirche Saanen © Gstaad Menuhin Festival

Gleich vorweg: Unbedingt anhören. Nicht nur für Schiff-Fans, sondern auch für Liebhaber der Beethovens’ schen Klaviersonaten, eine empfehlenswerte Aufnahme! Live aufgezeichnet am 4. August 2020 in der Kirche Saanen. Die Klaviersonate Nr.30 op. 109 in Es-Dur KOSTENLOS zu sehen beim Gstaad Digital Festival.

Beethoven im Mitttelpunkt

Ein Konzert ganz im Zeichen eines Jubilars: Ludwig van Beethoven. In diesem Jahr hätte er seinen 250. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlass hätte er nicht nur beim 64. Gstaad Menuhin Festival im Mittelpunkt stehen sollen, sondern auch bei vielen anderen Musik-Festivals und Klassik-Events weltweit. Geworden ist daraus vielerorts leider nichts. Coronabedingt mussten viele Veranstalter absagen. Ebenso nicht erspart, blieb das dem Gstaad Menuhin Festival, das in diesem Jahr unter dem Motto „Wien” hätte stattfinden sollen. Ganz im Zeichen des großen Jubilars, der in Wien die längste Zeit seines Lebens verbrachte und von dort aus die Musikwelt für immer verändert und beeinflusst hat.

Dennoch ließ man sich die Butter nicht ganz vom Brot nehmen. Trotz der Absage konnten in der Kirche Saanen, die bereits 1228 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde, einige Projekte realisiert werden. Neben kammermusikalischen Perlen des großen Jubilars, hat Sir András Schiff vier hochkarätige Beethoven-Rezitals gegeben. Aus einem dieser Konzerte, das am 4. August via Live-Stream auf Gstaad Digital Festival übertragen wurde, stammt ein beeindruckender Auszug, der nun frei und kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Zu hören: Beethovens Klaviersonate op. 109 in Es-Dur.

Kirche Saanen

Foto: Die Kirche Saanen, in der viele Konzerte des Gstaad Menuhin Festival stattfinden © Gstaad Menuhin Festival

Op 109 im kostenlosen Stream

Beethovens Klaviersonate op. 109 in Es-Dur zählt zu den letzten drei Klaviersonaten Beethovens, die gemeinsam als Trias angesehen werden. Zum monumentalen Spätwerk, das mit zu den Höhepunkten der gesamten Klavier-Literatur zählt. Op. 109, ein lyrisches Meisterwerk, das im November 1821 veröffentlicht wurde, stellt jeden Solisten vor eine Herausforderung. Nicht nur pianistisch, sondern auch intellektuell gibt es einige Hürden zu meistern. Neben einer atemberaubenden Technik, die alle möglichen Fugato-Affären zu bewältigen hat, warten im dritten Satz, der mehr als die Hälfte des Werks einnimmt, sechs Variationen, die eine unerschöpfliche Fantasie und Reife erfordern.

Für Sir András Schiff anscheinend eine Leichtigkeit. Mit dynamisch feiner Klinge und musikalischer Raffinesse verziert, bewältigt er diesen Giganten nicht nur mit Bravour, sondern in seiner unnachahmlichen Art und Weise, die geprägt ist von majestätischer Eleganz. Einfach nur zuhören, genießen und sich in den Weiten des Beethoven’ schen Kosmos verlieren!

András Schiff – Ein Leben für die Musik

Eigentlich muss András Schiff nicht mehr vorgestellt werden. Der gebürtige Ungar, der sowohl die österreichische als auch die britische Staatsbürgerschaft besitzt, wurde im Juni 2014 für seine Verdienste für die Musik in den Adelsstand erhoben. Damit wurde Schiff, der zu den größten Interpreten unserer Zeit zu zählen ist, von Queen Elisabeth II. für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Neben seiner solistischen Laufbahn und Dirigier-Tätigkeit, umfasst das die künstlerische Leitung einiger Festivals und eine rege Lehrtätigkeit.

Hinzu kommt, dass Schiff einige der höchsten Auszeichnungen erhalten hat. Bereits 2013 erhielt er in London die Goldmedaille der Royal Philharmonic Society. Im Juli 2014 verlieh ihm die University of Leeds die Ehrendoktorwürde. Und seit Dezember 2014 ist Sir András Schiff Ehrenbürger der Stadt Vicenza. Im März 2017 erschien sein Buch «Musik kommt aus der Stille». Eine Sammlung von Essays und Gesprächen mit Martin Meyer, die im Bärenreiter und Henschel-Verlag erschienen sind.

Über den Autor

Klassikpunk

Klassikpunk administrator

Klassikpunk, Baujahr: 1976, lebt in Wien. Von dort möchte der gebürtige Burgenländer auch nicht mehr weg. Der Grund: die Wiener Staatsoper. Ein ähnliches Opernhaus, vor allem von diesem Stellenwert, das trotz seiner Größe eine derart warme Atmosphäre ausstrahlt, muss erst erbaut werden. Das „erste Haus am Ring", wie es genannt wird, ist einzigartig!

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