Salzburger Festspiele 2020 mit überraschend üppigem Programm: 2 Opern, 3 Theaterproduktionen und 53 Konzerte

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Salzburger Festspiele 2020 mit überraschend üppigem Programm: 2 Opern, 3 Theaterproduktionen und 53 Konzerte

Lukas Crepaz, Helga Rabl-Stadler und Markus Hinterhäuser

Foto: Lukas Crepaz, Helga Rabl-Stadler und Markus Hinterhäuser
© SF / Lydia Gorges

Das Programm der Salzburger Festspiele: 2 Opern, 3 Theaterproduktionen und 53 Konzerte.

Das Programm, das wegen des Coronavirus gekürzt werden musste, fällt üppiger aus als gedacht: Mit „Elektra” und „Cosi fan tutte” stehen gleich zwei Opernneuproduktionen am Programm. Das haben Präsidentin Helga Rabl-Stadler, die ihren auslaufenden Vertrag um ein Jahr verlängern dürfte, und Intendant Markus Hinterhäuser am Dienstag verkündet.

„Elektra” und „Cosi fan tutte”

„Elektra”, mit der die Festspiele am 1. August eröffnet werden, inszeniert der Pole Krzysztof Warlikowski. Die musikalische Leitung obliegt Franz Welser-Möst, der die Wiener Philharmoniker dirigieren wird. Asmik Grigorian, die 2018 als Salome eingeschlagen hat wie eine Bombe, singt die Chrysothemis. Die zweite Oper, ebenfalls eine Neuproduktion, liegt in der Hand von Christof Loy. Der deutsche Regisseur inszeniert Mozarts „Cosi fan tutte”. Dirigieren wird mit Joana Mallwitz eine Newcomerin, die 2019 von der Fach-Zeitschrift Opernwelt zur Dirigentin des Jahres gewählt wurde. Marianne Crebassa singt die Dorabella.

Jedermann und zwei Uraufführungen

Für Freunde des Theaters setzt man zwei Uraufführungen aufs Programm: Peter Handkes „Zdenek Adamc” und „Everywoman” von Milo Rau. Selbstverständlich nicht fehlen darf der „Jedermann”. Hugo von Hofmannsthals Spiel vom Sterben des reichen Mannes, mit dem die Festspiele vor 100 Jahren aus der Taufe gehoben wurde, steht 14 Mal am Programm. In der Titelrolle: Tobias Moretti.

Konzerte, Liederabende und Solistenkonzerte

Große Namen stehen auch am Pult der Wiener Philharmoniker, die seit der Gründung der Festspiele eng mit Salzburg verwurzelt sind. „Ohne die Wiener Philharmoniker gäbe es zwar Festspiele in Salzburg, aber es wären nicht die Salzburger Festspiele“, formuliert es Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler treffend. Unter Andris Nelsons wird Mahlers 6. Sinfonie gespielt. Riccardo Muti bringt Beethovens 9. auf den Plan. Unter der Leitung des Venezolaners Gustavo Dudamel werden Werke von Strawinsky und Liszt erklingen. Und Christian Thielemann, der 2019 zum ersten Mal das Neujahrskonzert leiten durfte, wird Bruckners 4. und Wagners Wesendonck-Lieder (Elīna Garanča, Mezzosopran) dirigieren. 

Orchester zu Gast in dieser Saison: : Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter Kent Nagano. Das West-Eastern Divan Orchester, das unter der Leitung des Gründers Daniel Barenboim Werke von Richard Wagner, Schönberg und Beethoven spielen werden. Und die Berliner Philharmoniker, die am 30. August den Schlusspunkt der Festspiele 2020 setzen werden. Unter der Leitung ihres Chefdirigenten Kirill Petrenko werden sie Mendelssohns 1. Sinfonie und Beethovens 3. Klavierkonzert spielen. Als Solist am Klavier: Daniil Trifonov, der auch in einem Solistenkonzert auftreten wird.

Ansonsten ist das Programm ebenfalls reichhaltig geschmückt mit Namen, die sich lesen wie das Who-is-Who der Musikwelt. Immerhin ist es Markus Hinterhäuser gewesen, der den Slogan geprägt hat: Die Salzburger Festspiele sind das „Epizentrum des Besonderen”.  Grigory Sokolov, Arcadi Volodos, Andras Schiff, Martha Argerich, Daniel Barenboim und Igor Levit treten in Solistenkonzerten auf. Mit dem Belcea-Quartet und dem Hagen-Quartett sorgen zwei Formationen, die seit Jahrzehnten an der Spitze stehen, für Kammermusik. Cecilia Bartoli singt u.a. Werke von Georg Friedrich Händel, Anna Netrebko und Gatte Yusif Eyvazov Auszüge aus Tschaikowskys „Pique Dame”, „Eugen Onegin” und „Iolanta”, und Matthias Goerne Lieder von Ludwig van Beethoven. 

Das vollständige Programm gibt es auf der Homepage der Salzburger Festspiele. Der allgemeine Kartenvorverkauf beginnt am 13. Juli.

Über den Autor

Klassikpunk administrator

Jürgen Pathy aka Klassikpunk, Baujahr: 1976, lebt in Wien. Von dort möchte der gebürtige Burgenländer auch nicht mehr so schnell weg. Der Grund: die kulturelle Vielfalt, die in dieser Stadt geboten wird. Seit 2017 bloggt und schreibt der Wiener für Klassik-begeistert. Sein musikalisches Interesse ist breit gefächert: Von Bach über Pink Floyd, Nick Cave und AC/DC bis zu Miles Davis und Richard Wagner findet man fast alles in seinem imaginären CD-Schrank.

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