Schwere Vorwürfe gegen Plácido Domingo

VonKlassikpunk

Schwere Vorwürfe gegen Plácido Domingo

Foto: Plácido Domingo © APA / AFP / Christophe Simon

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Nun also auch Plácido Domingo? Neun Frauen beschuldigen den Weltstar der sexuellen Belästigung.

Die Vorfälle sollen sich über drei Dekaden verteilt an der Washington National Opera, an der LA Opera und anderen Opernhäusern ereignet haben.

Feuchte Küsse auf den Mund und der Griff aufs Knie sollen keine Seltenheit gewesen sein, behaupten die Frauen, von denen nur eine ihre Identität preisgeben möchte: Patricia Wulf, eine Mezzosopranistin, die mit Domingo an der Washington Opera gesungen hat. Die restlichen Damen wollen anonym bleiben. Entweder aus Angst öffentlich gedemütigt zu werden oder weil sie noch immer im Geschäft tätig sind und die Folgen fürchten.

Es soll ein offenes Geheimnis gewesen sein, dass der in Spanien geborene Opernsänger eine „beunruhigende” Charakterseite habe. Die Damen seien von Kollegen mehrmals gewarnt worden sein, sich niemals mit Domingo alleine in einem Raum aufzuhalten – nicht einmal im Lift. Sollten sie mit dem Superstar und mehrfachen Grammygewinner zum Essen verabredet gewesen sein, sollten sie Alkohol vermeiden und sich immer an einem öffentlichen Ort treffen – zum wohlgemerkt Mittagessen, niemals zum Abendessen.

Domingo soll dazu noch keine detaillierten Fragen beantwortet haben. In einer allgemeinen Stellungnahme bedauert der 78-jährige Superstar, der immer noch ein Garant für volle Häuser ist, jedoch die schwerwiegenden Vorwürfe:

“Die Behauptungen dieser nicht genannten Personen, die bis zu dreißig Jahre zurückliegen, sind zutiefst beunruhigend, und wie dargestellt, ungenau. Trotzdem ist es schmerzhaft zu hören, dass ich jemanden verärgert habe oder, dass er sich unwohl gefühlt hat – egal wie lange es her ist und trotz meiner besten Absichten. Ich glaubte, dass alle meine Interaktionen und Beziehungen immer begrüßt und einvernehmlich waren.”

Domingo erkenne jedoch, dass die Regeln und Standards, an denen man heute gemessen wird, anders sind als in der Vergangenheit.

(Quelle: Associated Press News, Presseagentur)

 

Über den Autor

Klassikpunk administrator

Jürgen Pathy aka Klassikpunk, Baujahr: 1976, lebt in Wien. Von dort möchte der gebürtige Burgenländer auch nicht mehr so schnell weg. Der Grund: die kulturelle Vielfalt, die in dieser Stadt geboten wird. Seit 2017 bloggt und schreibt der Wiener für Klassik-begeistert. Sein musikalisches Interesse ist breit gefächert: Von Bach über Pink Floyd, Nick Cave und AC/DC bis zu Miles Davis und Richard Wagner findet man fast alles in seinem imaginären CD-Schrank.

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