Kategorien-Archiv Gstaad Menuhin Festival

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Musikalische Erlebnisse trotz Festivalabsage – Gstaad Menuhin Festival 2020

Sol Gabetta beim Gstaad Menuhin Festival in der Kirche Saanen

Sol Gabetta beim Gstaad Menuhin Festival in der Kirche Saanen © Raphael Faux

Das Gstaad Menuhin Festival & Academy möchte trotz der Festival-Absage 2020 einen Beitrag dazu leisten, musikalische Erlebnisse im Sommer 2020 zu ermöglichen.  Im August sind deshalb verschiedene analoge und digitale Projekte geplant. Unter anderem hochkarätige Beethoven-Rezitale mit Stars wie Sol Gabetta (Violoncello) und Daniel Behle (Tenor). So soll die Flamme des Festivals am Brennen gehalten werden.

«Kosmos Beethoven»
Vier hochkarätige Beethoven-Rezitale mit Sir András Schiff (Klavier), Sol Gabetta (Violoncello) & Alexander Melnikov (Klavier), Patricia Kopatchinskaja (Violine) & Jonas Ahoonen (Klavier) sowie Daniel Behle (Tenor) & Jan Schultsz (Klavier) werden in der Kirche Saanen kammermusikalische Perlen des großen Jubilars in den Vordergrund rücken. Diese Konzerte sind am 4., 9., 14. und 15. August per Live-Stream auf www.gstaaddigitalfestival.ch mitzuerleben und werden teilweise auch durch SRF Radio und TV übertragen. weiterlesen

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Absage Gstaad Menuhin Festival & Academy 2020

Gstaad Festival Orchestra und Sol Gabetta

Foto: Gstaad Festival Orchestra und Sol Gabetta © Raphael Faux

Nun trifft es das nächste Musikfestival: Das 64. Gstaad Menuhin Festival muss abgesagt werden – zum ersten Mal in der langen Geschichte. Um die geplanten Konzerte und Eigenproduktionen aufrechtzuerhalten, plant die Festival-Leitung das diesjährige Motto  «WIEN» in den Sommer 2022 zu verlegen. Gespräche mit Musikerinnen und Musikern laufen bereits und man darf zuversichtlich sein, dass dies gelingen wird. weiterlesen

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Beethoven im Fokus des 64. Gstaad Menuhin Festival

Jonas Kaufmann

Foto: Jonas Kaufmann (c) Gregor Hohenberg

Basel, Grand Hotel Les Trois Rois, 13. Februar 2020
Pressekonferenz des Gstaad Menuhin Festival

von Jürgen Pathy / Klassikpunk

Der Sommer kann kommen. Im Basler Grand Hotel Les Trois Rois, direkt am Rhein gelegen, präsentiert Intendant Christoph Müller das Programm des 64. Gstaad Menuhin Festivals – und das kann sich sehen lassen! Beinahe alles, was Rang und Namen hat, wird vom 17. Juli bis 6. September 2020 in Gstaad und Umgebung zu Gast sein: Von Startenor Jonas Kaufmann, Patricia Kopatchinskaja, Philippe Jaroussky, über Sol Gabetta und Sir András Schiff, bis hin zu Antonio Pappano, wird sich das Who-is-Who der Klassik-Welt in der Idylle der Schweizer Berge einfinden.

Letztes Jahr noch unter dem Motto „Paris”, steht die diesjährige Ausgabe ganz im Zeichen von „Wien”. Kein Wunder. In diesem Jahr wird weltweit der 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven gefeiert. Dort, in der Musikhauptstadt, in der Stadt des Walzers, in der selbst Taxifahrer wissen, was abends in der Staatsoper gespielt wird, war nicht nur die Wirkungsstätte von Haydn, Mozart und Schubert, hier lebte und komponierte auch Ludwig van Beethoven. Anlässlich dieses Jubiläums widmet das Gstaad Menuhin Festival mehr als zwanzig der insgesamt 76 Konzerte vollständig oder zum Teil dem deutschen Komponisten.

Dabei wird ein breites Spektrum abgedeckt. Egal ob Sinfonie, Klaviermusik oder Kammermusik, für alle sollte etwas dabei sein. Sir András Schiff spielt Beethovens letzte drei Klaviersonaten; Mitsuko Uchida, die ihren Einstand beim Festival feiern wird, unter anderem die Diabelli Variationen; unter der Leitung von René Jacobs spielt das Freiburger Barockorchester mit der “Missa Solemnis”, eine der bedeutendsten Messen der Kunstmusik. Das Hagen Quartett spielt Beethovens letzte zwei Streichquartette. Und unter der Leitung großer Dirigenten, wie dem Russen Vasily Petrenko und Antonio Pappano, werden nicht nur die Symphonie Nr. 5 und Nr. 7 gespielt, sondern auch das seltener aufgeführte Triplekonzert für Klavier, Violine und Violoncello.

„Fidelio” mit Jonas Kaufmann

Das absolute Highlight dürfte jedoch eine konzertante Aufführung von „Fidelio” sein, der einzigen Oper von Ludwig van Beethoven. Als Schauplatz dient das Festival-Zelt Gstaad, in dem bis zu 2000 Zuschauer Platz finden. Mit dabei sein werden Startenor Jonas Kaufmann, Anja Kampe und Bariton Falk Struckmann, der erst kürzlich in der Wiener Staatsoper für seine sensationelle Darbietung des Kerkermeisters Rocco von Publikum und Kritik gefeiert wurde. Dirigieren wird Jaap van Zweeden, dem mit dem Gstaad Festival Orchestra ein aufstrebender Klangkörper zur Verfügung steht.

Kostprobe des Gstaad Festival Orchestra

Eine Kostprobe ihres Könnens, konnten die jungen Musiker, deren Altersdurchschnitt die 25 nicht überschreiten dürfte, abends in der Basler Martinskirche abliefern. Passend zum Beinamen der Dvorak’ schen 9. Sinfonie, die am Programm gestanden hat – aus der neuen Welt – entführten sie unter der Leitung des Österreichers Manfred Honeck in einen völlig ungewöhnlichen Klangkosmos. Mit ihren Holzvertäfelungen bieten die evangelisch-reformierten Kirchen eine eigene, ungewöhnliche Akustik. „Wie im Bauch eines Cellos” beschrieb einst Yehudi Menuhin den besonderen Klang, den zum Beispiel die Kirche in Saanen zu bieten hat. Die Martinskirche in Basel ist zwar um einiges größer – keine Frage –, hat ein mächtigeres Raumvolumen, dennoch ist die Akustik mit der aus den Kirchen im Saanenland zu vergleichen. Dort werden im Sommer viele der Konzerte stattfinden.

Kirche Saanen

Foto: Kirche Saanen

Dvoraks Neunter vorausgegangen war Beethovens 5. Klavierkonzert. Als Solist spielte Seong-Jin Cho, 25, der seit seinem Erfolg beim renommierten Warschauer Chopin-Wettbewerb 2015 um die Welt tourt und einen Exklusivvertrag der Deutschen Grammophon in der Tasche hat. Mit viel dolce wolle er den zweiten Satz des Emperor Concertos, wie das 5. Klavierkonzert bezeichnet wird, spielen. Immerhin habe Beethoven das ausführlich so notiert, erzählt er bei der Pressekonferenz. Das Dolce, das Süße, das lassen Seong-Jin Cho und das Orchester jedoch nicht im Adagio, sondern im Allegro, im ersten Satz erklingen – perlende Läufe inklusive. Den zweiten Satz gestaltet Manfred Honeck, dessen Dirigierstil von minimalistischer Natur und von optischer Eleganz geprägt ist, im Sinne der Wiener Klassik. Für überbordende Romantik, für langgezogene Legati bietet das wenig Raum. Ohne überromantisierender Schwelgerei und zügig zieht er durch dieses romantische Adagio und lässt das Orchester im Abschlusssatz, einem Rondo, mit dem verkürzten Hauptthema einen triumphalen Schlusspunkt setzen.

Seong-Jin Cho wird auch im Sommer sein Können unter Beweis stellen dürfen. Unter der Leitung des niederländischen Dirigenten Jaap van Zweden, der bereits das dritte Jahr beim Gstaad Menuhin Festival dabei sein wird, steht Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2 auf dem Programm. Ein virtuoses Stück, voller Sehnsucht, Melancholie und unendlicher Weite, das einem Pianisten sowohl technisch als auch musikalisch alles abverlangt.

Seong-Jin Cho

Foto: Seong-Jin Cho © Harald Hoffmann

Hochkarätige Recitals, Sinfoniekonzerte und eine Uraufführung

Weitere Termine, die man sich rot im Kalender anstreichen sollte, sind: Gabriela Montero, Geiger Daniel Hope, Cellistin Sol Gabetta, Pianistin Yuja Wang und Klarinettist Andreas Ottensamer. Sollten diese Namen, die für Qualität und musikalischen Hochgenuss bürgen, nicht ausreichen, um die Lust auf eine Reise in die Schweizer Berge zu wecken, dann steht noch ein seltener Leckerbissen auf dem Programm. Am 21. August besteht die Möglichkeit, bei einer Uraufführung live dabei sein zu können. Mit einem Auftragswerk des österreichischen Komponisten Georg Friedrich Haas wird das Kammerorchester Basel einen völlig neuen Blick auf Beethoven werfen. Unter der Leitung von Sylvain Cambreling präsentieren das Schweizer Orchester und die Solisten Renaud Capuçon und Lorelei Dowling ein Doppelkonzert für Violine und Kontraforte (ein von Benedikt Eppelsheim und Guntram Wolf neu konzipiertes Kontrafagott), das den humorvollen Titel «Was mir Beethoven erzählt» trägt.

Um all das zu realisieren, hat das Festival keine Kosten und Mühen gescheut. Mit einem Budget von rund 7 Millionen Schweizer Franken ist das Gstaad Menuhin Festival gut aufgestellt. 3 Millionen kommen von Sponsoren, wie der Privatbank Edmond de Rothschild. Nur 15 % des Budgets wird staatlich subventioniert.

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Rückblick auf sieben Wochen Gstaad Menuhin Festival 2019

Yuja Wang, MYUNG-WHUN CHUNG & Staatskapelle Dresden beim Gstaad Menuhin Festival

Foto: Yuja Wang beim Abschlusskonzert des Gstaad Menuhin Festival 2019 © Raphaël Faux

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Da selbst die schönsten Dinge irgendwann zu Ende gehen, musste sich auch das Gstaad Menuhin Festival dieser Devise beugen. Zumindest für dieses Jahr. Das Resümee der 63. Ausgabe des Schweizer Musikfestivals, das vom 18. Juli bis zum 6. September 2019 ganz im Zeichen der französischen Hauptstadt „Paris” gestanden hat, kann sich sehen lassen. weiterlesen

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Gstaad Menuhin Festival verlängert den Festspielsommer

Foto: Yuja Wang beim Gstaad Menuhin Festival © Raphael Faux

Gstaad verlängert den Festspielsommer mit Klaus Florian Vogt, Yuja Wang, Maurice Steger & großer Sinfonik!

Alles, was ist, endet: Während die meisten großen Musikfestivals dieser Tage enden, verlängert das 63. Gstaad Menuhin Festival & Academy den Festspielsommer bis 6. September mit einem fulminanten Finale. „Mit den Konzerten der französischen Orchestre Philharmonique de Radio France und dem Orchestre National de Lyon sowie der Staatskapelle Dresden stehen die sinfonischen Highlights noch bevor“, preist Intendant Christoph Müller noch die letzten Tage des Festivals im malerischen Saanenland.

Auch die Stars der Klassikszene geben sich in Gstaad & Umgebung wieder ein Stelldichein. weiterlesen

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Gstaad Menuhin Festival: Sir András Schiff erweist sich als exquisiter Haubenkoch

Foto: Andras Schiff © Olaf Malzahn

Gstaad Menuhin Festival, Kirche Saanen, 19. Juli 2019
Bachrecital, András Schiff

Johann Sebastian Bach, Wohltemperiertes Klavier Band 1

von Jürgen Pathy

Bis auf wenige Wochen im Jahr herrscht im Saanenland absolute Ruhe. In der Sommerzeit avanciert das mondäne Rückzugsgebiet in den Bergen jedoch zum Hotspot der Schweizer Sport– und Musikwelt. Neben dem ATP Herren Tennis Turnier und der Beachvolleyball Major Series versammelt sich das Who-is-Who der Musikwelt mittlerweile bereits zum 63. Mal beim Gstaad Menuhin Festival.

Mit dabei einer der profundesten Bachexperten, wenn nicht sogar der Bachexperte unserer Zeit schlechthin: der 1953 in Budapest geborene András Schiff. Bereits der Einzug des Grand Monsieur der Klavierkunst in die Kirche Saanen gleicht einer heiligen Zeremonie. Umhüllt von einer besonderen Aura schwebt der gebürtige Ungar förmlich den Mittelgang entlang zur Bühne, verneigt sich, und bezieht seinen standesgemäßen Platz an seinem in hellem Glanz erstrahlenden Altar – ein in Mahagoni schimmernder Bösendorfer Grand Imperial. weiterlesen

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Gstaad Menuhin Festival 2019: Auch vornehm-zurückhaltend scheint romantische Musik ihre Wirkung nicht zu verfehlen

Foto: Patricia Kopatchinskaja und Camerata Bern © Raphael-Faux

Gstaad Menuhin Festival, Kirche Saanen, 18. Juli 2019
Eröffnungskonzert
Patricia Kopatchinskaja, Violine
Polina Leschenko, Klavier
Camerata Bern

In der Schweiz da ticken die Uhren anders. Bereits die Anreise zum Gstaad Menuhin Festival erweist sich als einzigartiges Naturspektakel. Vorbei an steilen Abhängen, schneebehangenen Berggipfeln und saftig-grünen Almen führt der wahrhaftige Zug der Zeit durch das idyllische Saanenland nach Gstaad und Umgebung.

Bereits zum 63. Mal fungiert die exklusive Destination internationaler Berühmtheiten und vieler Wohlhabender als Austragungsort des Gstaad Menuhin Festivals, das vom weltbekannten „Wundergeiger” Lord Yehudi Menuhin gegründet wurde. Dort wo sich Fuchs und Hase noch gute Nacht sagen, reichen sich die Stars der Klassik-Szene jedes Jahr aufs Neue die Klinke in die Hand. weiterlesen