Jonas Kaufmann
Foto: Jonas Kaufmann © Gregor Hohenberg

Gstaad Menuhin Festival: Der Sommer 2022 steht im Zeichen von Beethoven

In einer Pressekonferenz stellte Gstaad Menuhin Festival & Academy die kommende Festivaledition “WIEN – BEETHOVEN DELAYED” (15.07. bis 03.09.2022) vor – und gab zudem Einblicke in die zukünftige nachhaltige Entwicklung des Festivals.

Denn das Gstaad Menuhin Festival hat entschieden, sein neues Nachhaltigkeitskonzept mit der Firma “myclimate” umzusetzen. Die internationale Initiative mit Schweizer Wurzeln gehört als gemeinnützige Institution weltweit zu den Qualitätsführern. Sie prüft u.a. Mobilität, Verpflegung, Drucksachen beim Festival und definiert Maßnahmen zur CO²-Reduktion.

Patin dieses Projekts bei den Festivaleditionen 2023-25 wird die Geigerin Patricia Kopatchinskaja sein. Artistic Director Christoph Müller hob die hohe gesellschaftliche Relevanz dieser Thematik, auch im Sinne Yehudi Menuhins, heraus.

Eröffnungskonzert mit Rene Jacobs

Eröffnet wird das Festival am Freitag, dem 15. Juli 2022 – ganz im Zeichen des diesjährigen Mottos: Mit Beethovens Missa Solemnis werden Rene Jacobs und das Freiburger Barockorchester in der Kirche Saanen den Startschuss setzen. Kurz darauf, noch am selben Wochenende, setzt Countertenor Philippe Jaroussky am 17. Juli mit dem nächsten Höhepunkt gleich noch eins drauf. Unter der Leitung von Christina Pluhar gibt die “Stimme eines Engels”, wie man in mancherorts bezeichnet, ein Programm, das gefüllt ist mit filigranen Arien des Barocks: von Monteverdi über J. S. Bach bis hin zu den weniger bekannten Komponisten Christian Ritter oder Heinrich Schütz.

Ein weiterer Themenschwerpunkt gilt sicherlich Andreas Ottensamer, der als “Artist in Residence” mit seiner Klarinette in virtuose Gefilde entführen wird. Gemeinsam mit Sol Gabetta und Dejan Lazić präsentiert er am 26. Juli (Kirche Zweisimmen) Kammermusik von Beethoven, Schumann und Brahms. Am 27. Juli (Kirche Lenk) steht er unter anderen mit Patricia Kopatchinskaja auf der Bühne, die auch noch einen Tag zuvor bei der 66. Ausgabe des Gstaad Menuhin Festival zu erleben sein wird. Gemeinsam mit Flötist und Dirigent Giovanni Antonini überrascht Kopatchinskaja mit einem ungewöhnlichen Projekt: einem Dialog zwischen den Konzerten Vivaldis und Werken zeitgenössischer italienischer Komponisten für Violine wie Simone Movio oder Giacinto Scelsi.

Andreas Ottensamer beschreitet auch noch andere Wege. Als Soloklarinettist der Berliner Philharmoniker kennt man ihn über die Grenzen Deutschlands hinaus. Dass er auch in andere Genres eintauchen kann, wird er mit “Tauben vergiften im Park” unter Beweis stellen. Einem Programm, das er sozusagen als Hommage an Georg Kreisler konzipiert hat. Der Komponist, Sänger und Dichter hat das musikalische Kabarett der Wiener Nachkriegszeit geprägt wie kaum ein anderer. Zeit und Ort des künstlerischen Leckerbissens: Der 28. Juli, in der Bar des Gstaader Hotel Le Grand Bellevue.

Von Jonas Kaufmann bis Grigory Sokolov

Mit Fidelio, Beethovens einziger Oper, tritt am 11. August der Superstar der Klassik auch in Gstaad in Erscheinung: Neben Anja Kampe singt Startenor Jonas Kaufmann den Florestan, mit dem er schon weltweit große Triumphe feiern konnte. Leiten wird diese konzertante Aufführung Jaap van Zweden, der auch bei der Gstaad Conducting Academy sein Wissen und seine Erfahrung an die nächste Generation weitergeben wird.

Juan Diego Florez
Foto: Juan Diego Florez © Manfred Baumann

Dazwischen, davor und danach finden noch unzählige weitere Konzerte und Recitals statt, die mit großen Namen in die idyllische Landschaft der Schweizer Berge locken wird: Daniil Trifonov, das Hagen Quartett, András Schiff, Grigory Sokolov, Juan Diego Flórez und Bruce Liu, der beim prestigeträchtigen Chopin Klavierwettbewerb 2021 in Warschau den ersten Preis gewinnen konnte.

Hier ⇒ geht’s zum kompletten Programm des Gstaad Menuhin Festivals 2022

Klassikpunk

Jürgen Pathy aka Klassikpunk, Baujahr: 1976, lebt in Wien. Von dort möchte der gebürtige Burgenländer auch nicht mehr so schnell weg. Der Grund: die kulturelle Vielfalt, die in dieser Stadt geboten wird. Seit 2017 bloggt und schreibt der Wiener für Klassik-begeistert. Sein musikalisches Interesse ist breit gefächert: Von Bach über Pink Floyd, Nick Cave und AC/DC bis zu Miles Davis und Richard Wagner findet man fast alles in seinem imaginären CD-Schrank.

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