Michael Schade singt in Schuberts “Shakuntala” im Muth

VonKlassikpunk

Michael Schade singt in Schuberts “Shakuntala” im Muth

Foto:  Shovana Narayan © Heinz Mirka

Franz Schuberts kaum gespieltes Opernfragment SHAKUNTALA feiert im MuTh in der Fassung von Gerald Wirth Wien-Premiere (konzertante Aufführung mit indischem Tanz, 5. & 6. Oktober 2021). Mit KS Michael Schade und Cornelia Horak in der Titelpartie.

Wie viele seiner Zeitgenossen war Schubert fasziniert vom Drama „Śakuntalā“ des altindischen Dichters Kālidāsa. Doch seine Vertonung blieb unvollendet. Gerald Wirth hat das Fragment behutsam orchestriert und damit spielbar gemacht. Unter seiner Leitung erklingt „Shakuntala“ nun mit Cornelia Horak in der Titelrolle und Michael Schade als König Dushmanta, sowie dem Chorus Juventus konzertant auf der Bühne des MuTh; mit einer begleitenden Choreographie Shovana Narayans, einer der in Indien bekanntesten Tänzerinnen im modernen Kathak.

Shakuntala („kleiner Vogel“) ist ein Drama des altindischen Dichters Kalidasa; der Stoff stammt aus dem Mahabharata-Epos. Shakuntala wächst als Pflegetochter eines Asketen im Wald auf. Eines Tages kommt König Dushmanta auf der Jagd vorbei; die beiden verlieben sich, und das Drama nimmt seinen Lauf. Es geht um Liebe, Pflicht, heiligen Zorn, um Götter, Menschen und Helden. Sir William Jones, einer der Begründer der Indologie, übersetzte es 1789 ins Englische, Georg Forster 1791 ins Deutsche: Das intellektuelle Europa, damals auf der Suche nach dem „Ursprung“, war begeistert.

Goethe stellte fest: „Will ich den Himmel, die Erde mit Einem Namen begreifen; Nenn ich Sakontala dich und es ist alles gesagt.“ Auch Franz Schubert war fasziniert, begann den Stoff zu vertonen. Seine Oper blieb jedoch unvollendet. Erhalten sind Libretto und Gesangsstimmen, Vorspiele und Instrumentationen, die Schuberts Absicht erkennen lassen. Gerald Wirth hat Schuberts Original behutsam orchestriert. Shovana Narayan ist eine der berühmtesten Kathak-Tänzerinnen Indiens; ihre Choreografie schlägt eine kulturelle Brücke zwischen Schuberts Musik und Indien.

Tickets ⇒ auf der Homepage des Muth

Cornelia Horak, Shakuntala
Michael Schade, König Dushmanta, Häscher

In weiteren Rollen: Henry Neill, Irena Weber und Solistinnen und Solisten des Chorus Juventus

Shovana Narayan,Tanz
Elke Hesse, Rezitation
Chorus Juventus, Collegium Ennsegg
Gerald Wirth, Musikalische Leitung

Über den Autor

Klassikpunk administrator

Jürgen Pathy aka Klassikpunk, Baujahr: 1976, lebt in Wien. Von dort möchte der gebürtige Burgenländer auch nicht mehr so schnell weg. Der Grund: die kulturelle Vielfalt, die in dieser Stadt geboten wird. Seit 2017 bloggt und schreibt der Wiener für Klassik-begeistert. Sein musikalisches Interesse ist breit gefächert: Von Bach über Pink Floyd, Nick Cave und AC/DC bis zu Miles Davis und Richard Wagner findet man fast alles in seinem imaginären CD-Schrank.

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