Impfen und Fliegender Holländer in Bayreuth

VonKlassikpunk

Impfen und Fliegender Holländer in Bayreuth

Foto: Oksana Lyniv debütiert 2021 mit „Der fliegende Holländer” in Bayreuth © Serhii Horobets

Am 25. Juli werden die Bayreuther Festspiele 2021 mit „Der fliegende Holländer” eröffnet. BR-Klassik übertragt die Premiere Live. Mit Oksana Lyniv steht zum ersten mal eine Frau am Pult des Bayreuther Festspielhauses. Zuvor kann man sich spontan impfen lassen.

Bayreuth machts möglich. Impfen und Fliegender Holländer zugleich. Wer es diese Saison zu den Wagner Festspielen auf den Grünen Hügel schafft, dem öffnen sich völlig neue Wege. Nicht nur, dass mit Oksana Lyniv, das erste Mal eine Frau die Verantwortung trägt für eine Neuproduktion, am Stadtparkett (anderer Name für die Maximilianstraße) kann man sich auch spontan impfen lassen. Ab Donnerstag, 22. Juli, ist das Impfzentrum von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Foto: Foto: Barbara Baier in der Impfstation in Bayreuth © Jolanta Łada-Zielke

Um „die Menschen zu erreichen, die noch unsicher sind, wenn sie sich über eine Hotline anmelden müssen”, erzählt Barbara Baier im Interview mit Klassik begeistert. Die Sängerin, die den Bayreuther Zamirchor leitet, empfängt auf dem Stadtparkett die Impflinge. Es seien die unterschiedlichsten Charaktere dabei, erzählt sie.

Auch die Ängstlichen, die erst vom Freundeskreis animiert wurden, sich endlich impfen zu lassen: „Manche, die schon seit drei Wochen ihren Impftermin wissen, sind so aufgeregt, dass sie weder schlafen noch essen können. Dank dieser Impfstation wird ihr Weg zur Ruhe verkürzt.”

Täglich werden derzeit rund 60 bis 90 Menschen geimpft. Mit einem Personalausweis ist man dabei. Es sei auch gut, so Baier, wenn ein Impfbuch vorhanden ist. Wenn nicht, sei das auch kein Drama. Dann erhält man ein Impfzertifikat.

Die erste Frau am Pult der Bayreuther Festspiele

Mit diesem können alle, die Karten haben, gleich Richtung Bayreuther Festspielhaus zischen. Dort werden am 25. Juli die Bayreuther Festspiele 2021 eröffnet. Dieses Jahr mit Richard Wagners „Der fliegende Holländer”. Am Pult steht zum ersten Mal eine Frau. Oksana Lyniv, die 43-jährige Ukrainerin, wird in der langen Geschichte der Festspiele, die erste Dirigentin sein, die in den „mythischen Abgrund” vorgelassen wird. So wird der Bayreuther Orchestergraben, der tief in die Erde gerammt wurde, auch genannt.

Oksana Lyniv vor dem Festspielhaus in Bayreuth

Foto: Ruhe bewahren – Oksana Lyniv vor dem Festspielhaus in Bayreuth © Gero Schließ DW

Ob sie Sorge hätte wegen des großen Drucks, der mit diesem Debüt in Bayreuth verbunden ist, wurde sie im BR-Klassik Interview gefragt: „Die Erwartungen sind natürlich enorm – von der Außenwelt und auch von mir selbst. Die Aufgabe ist sehr schwierig. Ich sage es ganz offen: Der nervliche Druck ist eine größere Herausforderung als die musikalische Vorbereitung.”

Livestream von der Eröffnung der Bayreuther Festspiele

Wie sie diese Herausforderung, und vor allem auch die akustischen Tücken meistern wird, die schon für einige Kollegen zum Stolperstein wurden, kann man dieses Jahr LIVE bei BR-Klassik verfolgen. Der deutsche Klassiksender streamt die Premiere von „Der fliegende Holländer” aus dem Bayreuther Festspielhaus am 25. Juli 2021, ab 17:30 Uhr.

Wer diesen Termin nicht wahrnehmen kann, der kann die Ausstrahlung am Samstag, 31. Juli 2021, 20.15 via 3Sat verfolgen. Diese Ausstrahlung ist danach 30 Tage lang in der 3sat-Mediathek verfügbar.

Asmik Grigorian

Fotot: Die Litauerin Asmik Grigorian gibt in Bayreuth als Senta ebenfalls ihr Debüt © Algirdas Bakas

Asmik Grigorian singt die Senta. Die Litauerin, die 2018 bei den Salzburger Festspielen zum Shootingstar avancierte, feiert am Grünen Hügel ebenso ihr Debüt, wie auch Regisseur Dmitri Tcherniakov. In den Partien des Holländers und Dalands sind die Bayreuth-Routiniers John Lundgren und Georg Zeppenfeld zu sehen.

 

Über den Autor

Klassikpunk administrator

Jürgen Pathy aka Klassikpunk, Baujahr: 1976, lebt in Wien. Von dort möchte der gebürtige Burgenländer auch nicht mehr so schnell weg. Der Grund: die kulturelle Vielfalt, die in dieser Stadt geboten wird. Seit 2017 bloggt und schreibt der Wiener für Klassik-begeistert. Sein musikalisches Interesse ist breit gefächert: Von Bach über Pink Floyd, Nick Cave und AC/DC bis zu Miles Davis und Richard Wagner findet man fast alles in seinem imaginären CD-Schrank.

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