Die junge Garde rückt nach in Gstaad

VonKlassikpunk

Die junge Garde rückt nach in Gstaad

Foto: Die Geigerin Bonsori Kim ist Exklusivkünstlerin der Deutschen Grammophon. Dieses Jahr spielt sie beim Gstaad Menuhin Festival © Harald Hoffmann

Mit dem Förderprojekt „Menuhin’s Heritage Artists“ startet das Gstaad Menuhin Festival nun in die 2. Runde. Bereits während der letzten vier Jahre konnten vier junge MusikerInnen davon profitieren, dass sie jährlich mit einem oder mehreren Auftritten ein künstlerisches Credo abgeben konnten: Alina Ibragimove / Chiaroscuro Quartett, Christel Lee, Andreas Ottensamer und Jean Rondeau.

In den Festivalausgaben 2021, und 2023 bis 2026 werden folgende Künstler ihre musikalische Vielseitigkeit präsentieren können: Lucienne Renaudin Vary (Trompete), Bomsori Kim (Violine), Nemanja Radulovic (Violine) und Alexandre Kantorow (Klavier). Ziel des Festivals sei es, über mehrere Jahre hinweg eine Bindung zwischen Publikum, MusikerInnen und dem Festival zu entwickeln, wie es in einer Aussendung heißt. Dadurch soll die Künstlerfamilie, die prägend ist für das Gstaad Menuhin Festival, laufend erweitert werden. Außerdem fördere es die Karrieren der jungen Talente, die darüber hinaus dem Festival über Jahre hinweg eine Identität verleihen können.

Vier neue Menuhin Heritage Artists beim Gstaad Menuhin Festival

Einen nächsten Schritt in ihrer unaufhaltsamen Karriere macht Bomsori Kim. Die südkoreanische Geigerin, seit geraumer Zeit neue Exklusivkünstlerin der Deutschen Grammophon, hat 2019 ihr erstes Album für das deutsche Label veröffentlicht. Gemeinsam mit Rafal Blechacz hat sie Violinsonaten von Fauré, Debussy und Szymanowski aufgenommen. Beim Gstaad Menuhin Festival 2021 wird Kim gleich zweimal auftreten: am 30. Juli im Duo, am 4. September mit Orchester.

Als eine „Offenbarung der Instrumentalsolisten“ wurde Lucienne Renaudin Vary bereits 2016 bezeichnet. Die junge Westfranzösin verleiht der Trompete einen frischen Wind. Da sie sich sowohl in der Klassik als auch im Jazz wohlfühlt, ist ihr Programm keine Überraschung – beim Gstaad Menuhin Festival spielt sie am 11. August 2021 gemeinsam mit dem Akkordeonisten Felicien Brut Werke von Richard Galliano, Astor Piazzolla, Leonard Bernstein, Francis López u.a.

Alexandre Kantorow

Foto: Alexandre Kantorow spielt mit dem Mariinsky Orchester unter Pultstar Valeri Gergiev © Jean-Baptiste Millot

Völlig offen und neugierig auf Ungehörtes, gehört auch Nemanja Radulovic zur neuen Generation, die der Klassikszene guttun. Mit seiner langjährigen Duopartnerin Laure Favre-Kahn lässt der französisch-serbische Geiger einige der schönsten Werke aus Frankreich wieder aufleben. Von Franck über Debussy bis hin zu Chausson reicht die Auswahl der Duette. Termin: 19. August, Kirche Saanen.

Last not least: der französische Pianist Alexandre Kantorow. Als Sohne des Geigers und Dirigenten Jean-Jacques Kantorow wurde dem jungen Franzosen das Talent bereits in die Wiege gelegt. Als erster Franzose gewann er 2019 den Tschaikowsky-Wettbewerb. Diesen Sommer teilt er sich für das 2. Klavierkonzert von Prokofjew die Bühne mit einem der ganz Großen – der russische Pultstar Valeri Gergiev wird nämlich das Mariinsky Orchester St. Petersburg leiten. Termin: 20. August im Festivalzelt Gstaad

Über den Autor

Klassikpunk administrator

Jürgen Pathy aka Klassikpunk, Baujahr: 1976, lebt in Wien. Von dort möchte der gebürtige Burgenländer auch nicht mehr so schnell weg. Der Grund: die kulturelle Vielfalt, die in dieser Stadt geboten wird. Seit 2017 bloggt und schreibt der Wiener für Klassik-begeistert. Sein musikalisches Interesse ist breit gefächert: Von Bach über Pink Floyd, Nick Cave und AC/DC bis zu Miles Davis und Richard Wagner findet man fast alles in seinem imaginären CD-Schrank.

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