Salzburger Festspiele 2019: „Salome” geht in die nächste Runde

Foto: Asmik Grigorian (Salome) © Salzburger Festspiele / Ruth Walz

Morgen geht die letztjährige Erfolgsproduktion der Salzburger Festspiele in die nächste Runde. In Romeo Castelluccis Inszenierung von Richard Strauss „Salome” stach vor allem eine Person hervor: die litauische Sopranistin Asmik Grigorian.

Von Jürgen Pathy (Klassikpunk)

Nicht, dass die junge Sängerin zuvor eine Unbekannte gewesen wäre. Bereits 2017 machte Asmik Grigorian in Salzburg als Marie in Alban Bergs „Wozzeck” von sich Reden. Doch mit der vor Intensität und Leidenschaft geprägten Darstellung der Salome hat sich die junge Litauerin letzten Sommer in die erste Reihe der Sängerelite katapultiert.

Von Kritik und Zuschauern gleichermaßen gefeiert, „dürfte es nicht überraschen, würden wir Asmik Grigorian unter der neuen Direktion in der Wiener Staatsoper sehen”, strahlte ORF-Kulturlady Barbara Rett übers ganze Gesicht. Und bezeichnend:  Beim Schlussapplaus ging Regisseur Romeo Castellucci vor ihr sogar auf Knie. Seine Inszenierung war ja unterschiedlich aufgenommen worden.

Hatte er doch versucht die düstere Bühne von Salomes Stereotypen zu befreien. Wollte er keine minimalistische, aber doch eine Salome , die durch Weglassung und Konzentration aufs Wesentliche wirken sollte, schildert der Italiener in einem Interview. Dieses Konzept konnte nicht durchweg überzeugen.

Dass Salomes „Schleiertanz” gestrichen wurde, dass ein zuvor lebendiges Pferd als Hommage an die Felsenreitschule über die Bühne schreitet und, dass Salome zum Schluss dessen abgeschlagenen Schädel küsst anstatt Joachanaans, stieß einigen sauer auf.

Franz Welser-Möst relativiert die Aufregung: „Große Kunst muss immer wieder neu hinterfragt werden – gerade bei Festspielen. Damit der Blick aufs Kunstwerk sich immer wieder erneuert”. Mit den Wiener Philharmonikern wird der österreichische Dirigent auch dieses Jahr wieder für die musikalische Gesamtkonzeption verantwortlich sein.

Die Besetzung ist ebenfalls überwiegend gleich geblieben. Der für seine Vielseitigkeit bewunderte John Daszak singt den Herodes. Die italienische Mezzosopranistin Anna Maria Chiuri spielt dessen Gattin Herodias. Der viel umjubelte Bassbariton Gábor Bretz wird als Jochanaan zu sehen sein, Tenor Julian Prégardien als Narraboth.

Einzig in den Nebenrollen wird ein wenig rochiert. Erwähnenswert dabei: Festspieldebütant Peter Kellner, 30, in der kleinen Partie des ersten Soldaten. Der junge slowakische Bass, der seit dieser Saison zum Ensemble der Wiener Staatsoper zählt, wird in Zukunft sicherlich noch in größeren Rollen zu sehen sein.

Termine: 25., 28. und 31. August 2019 (Salzburg, Felsenreitschule)

 

 

(Quelle: Ö1-Morgenjournal vom 24. August 2019; Homepage der Salzburger Festspiele)

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